Dienstag, 22. Mai 2018

Die Tränen der Lilien

Die Lilien haben ein neues Cover bekommen. Michael Troy von MT Designs hat es entworfen.

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Klappentext

Der Mord an Daniel Goldberg wirkt auf den ersten Blick wie die Tat eines Wahnsinnigen und entpuppt sich schlussendlich als Racheakt, dessen Ursprung im dunklen Zeitalter des Dritten Reiches zu finden ist.

Im Laufe der Ermittlungen findet Chief-Inspector Finlay Morrison heraus, dass er sowohl eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Mörder, als auch einen triftigen Grund hat, das nächste Opfer sich selbst zu überlassen.

Jasmine Gordon wurde alles genommen, was einen Menschen ausmacht und sie hat keine Aussicht, es jemals wieder zurückzubekommen, bis sie die Bestien aufspürt, die ihr und ihrer Schwester Lily unfassbar Böses angetan haben …

Leseprobe

Langsam bewege ich mich in den zu großen Schuhen, die ich eng geschnürt trage, damit sie mir nicht von den Füßen fallen. Meine Beine sind kraftlos und ich muss mich zwingen weiterzumachen, der niederpressenden Erschöpfung nicht nachzugeben. Doch weitaus mehr Kraft kostet es mich, meinen Verstand auszuschalten, der versucht zu begreifen, was ich getan habe. Mir ist schwindlig und ich unterdrücke hartnäckig die aufsteigende Übelkeit, die ich bereits bitter in meinen Mundraum schmecke. Es gelingt mir schlussendlich, denn ich habe eine langjährige Erfahrung darin, mich dem Ekel zu stellen und ihn zu bezwingen.


Ich sammle die Blutbeutel ein, gehe hinüber ins Bad, stelle mich in die Duschtasse, auf der die Folie liegt, und ziehe mir den Schutzanzug aus, stopfe alles in einen Müllbeutel und danach in meinen Rucksack. Die Handschuhe folgen, ehe ich mir ein sauberes Paar überstreife. Da meine Hände schweißbedeckt sind, geht es diesmal viel schwieriger. Im Anschluss sprühe ich die Dusche mit einem Kalkreiniger ein, warte einige Minuten und spüle alles mit heißem Wasser ab. Anschließend schlüpfe ich in ein Kapuzen-Sweatshirt und Jeans, wohl wissend, dass ich wie ein harmloses junges Mädchen wirke, das in der Menge untergeht. Etwas, das ich von ihm gelernt habe.

Die zu großen Schuhe ziehe ich wieder an, laufe dann absichtlich durch die Blutlache, ehe ich aus dem Fenster des Pflegeheims klettere, noch einen abschließenden Blick auf mein Verbrechen werfe und hoffentlich, wie ein Schatten in der Dunkelheit verschwinde.

Sein Pech, dass er im Erdgeschoss untergebracht ist oder vielmehr war. Er ist jetzt Vergangenheit und für ihn existiert weder eine Gegenwart noch eine Zukunft. Ein Blick auf meine Armbanduhr bestätigt mir, dass ich fünfzehn Minuten gebraucht habe, um einen Mord zu begehen, der sich so unglaublich richtig anfühlt. Ist es überhaupt ein Mord? Reicht diese Begründung als Rechtfertigung für mein Gewissen?

Befreit atme ich tief die kühle Nachtluft ein. Sie reinigt meine Atemwege von dem Gestank nach Krankheit und Tod, aber nicht von meiner Schuld. Ich ziehe die Handschuhe aus, tue sie in eine Plastiktüte und stecke mir anschließend die Stöpsel meiner Kopfhörer in die Ohren. Unter den Klängen von irgendeiner Popband, deren Namen ich nicht kenne, verlasse ich den Ort meiner Rache.
Die Musik hilft mir im Jetzt zu bleiben, hält mich davon ab, dass ich mich mental damit beschäftige, was ich gerade getan habe. Denn ich musste es tun! Es gab keine andere Option für mich. Ich bin kein Psychopath, diese Rolle war seine.

Oder?

Selbstzweifel und Abscheu vor mir selbst wollen an mir nagen, doch ich lasse sie nicht.
Ich überquere den Rasen, anschließend die Straße und verstecke mich hinter einem Gebüsch. Hier wechsle ich die Schuhe und stopfe die Turnschuhe, die ich in einem Discounter gekauft habe, in den Müllbeutel im Rucksack. Um diese Zeit ist auf der einsamen Strecke nicht mit Passanten oder Verkehr zu rechnen. Dennoch bleibe ich vorsichtig, erreiche aber nach dreißig Minuten unbemerkt mein Auto. Mein Herzschlag beruhigt sich, sobald ich den Auslöser des Schlüssels betätige. Ich dachte, es wäre mir egal, wenn sie mich für die Tat einsperren würden, doch in diesem Moment erkenne ich, dass dem nicht so ist. Denn die Farben sind zurückgekehrt und ich muss die Augen schließen, obwohl die Welt im Dunkeln ruht.

***

Wie in Trance fahre ich zum Friedhof, warte im Fahrzeug, bis Helligkeit die Nacht vertreibt und die letzte Ruhestätte der Toten für die Lebenden geöffnet wird. Auf dem Beifahrersitz liegt ein Strauß Lilien. Ich habe ein Abo bei einem Onlinehandel für sie abgeschlossen und jeden Monat liefern sie mir einen Strauß. Meine zitternden Finger packen ihn und ich folge dem Weg zu Lilys Grab, höre den Kies unter meinen Füßen knirschen, das Krächzen einiger Raben, während sich ein paar einsame Sonnenstrahlen durch die tief hängenden Wolken kämpfen. Ich behalte meinen Verstand in dem watteartigen Zustand. Für einen Moment bleibe ich vor Lilys letzter Ruhestätte stehen, ehe ich die Blumen vor dem Stein ablege. Sie sind ebenso weiß und unbefleckt, wie wir es einmal waren.

Lily …

Tränen tropfen meine Wangen hinunter, sammeln sich in meinen Mundwinkeln und ich falle auf die Knie. Endlich kann ich um meine Verluste trauern und die Wucht meiner Gefühle raubt mir schlichtweg den Atem. Ich weine still, als der Friedhof um mich herum zum Leben erwacht und in Licht erstrahlt. Mein Verstand meldet sich mit der Intensität eines Hurrikans zurück und neue Wolken ziehen auf, die die Helligkeit allmählich auslöschen.

Eine Bestie ist tot, doch an seiner Stelle ist ein Engel des Todes getreten, dessen Durst nach Vergeltung gerade erst zur vollen Blüte erwacht ist. Meine Lilientränen verwandeln sich in Bluttränen.

Mittwoch, 11. April 2018

Submissive To Go, Veröffentlichung

Submissive To Go ist soeben bei Amazon erschienen. Viel Spaß beim Lesen.


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Leseprobe:

Slade starrte auf seine Hände, die so schreckliche Dinge getan hatten. Zwar sah man es ihnen nicht an, doch er wusste, wozu sie imstande waren. Sie waren seine Werkzeuge gewesen, die Helena über alles geliebt hatte. Oft hatte sie die Knöchel geküsst, die Handflächen gestreichelt und sie bewundert.
„Sie sind so kräftig. Deine Finger schlank und lang und diese Schwielen fühlen sich fantastisch auf meiner Haut an. Einfach wunderschön. Ich kann nicht genug von ihnen bekommen.“

Slade dagegen, hasste diese Monstrositäten und konnte ihren Anblick kaum ertragen. Er riss seine Aufmerksamkeit von ihnen los und bog mit dem Jeep auf einen unbefestigten Weg ab, der nach drei Meilen vor dem Blockhaus endete, das in den nächsten Monaten sein Zuhause sein würde. Lange hatte er nach einem Unterschlupf gesucht, der seinem Bedürfnis nach völliger Abgeschiedenheit gerecht wurde und dennoch über genügend Luxus verfügte, damit er sich wohl fühlte. Das war keine leichte Aufgabe gewesen, und wurde noch dazu von seinen Ansprüchen nach Ästhetik erschwert. Die meisten Hütten waren heruntergekommene Bruchbuden, die Farbe nur vom Hörensagen kannten. Meistens waren sie mit hässlichen Möbeln bestückt, die nicht nur fürs Auge eine Beleidigung darstellten, sondern zudem muffig rochen.

Doch schlussendlich war er fündig geworden, weil ein verloren geglaubter Freund von seiner Suche gehört und zufälligerweise genau das Richtige im Angebot hatte. Die Hütte verfügte über einen großzügigen Wohnbereich, ein Schlafzimmer, eine hohe spitzzulaufende Decke sowie ein vernünftiges Bad. Und das Holz war von innen weiß getüncht. Außerdem war es mit Solarstrom, einem Generator und fließendem warmen Wasser sowie einem Abwassersystem ausgestattet. Irgendwann sollte hier eine Bebauung stattfinden, doch Umweltschützer hatten das Projekt erst einmal gestoppt. Die nächsten Nachbarn waren Meilen entfernt und um das Haus herum lagen nur Wald und Berge. Slade reduzierte die Geschwindigkeit weiter, da vor ihm ein beachtliches Schlagloch auftauchte, das er nicht umfahren konnte. Zum Glück stellte ein derartiges Hindernis für den Wagen kein Problem dar.

Auch sein Leben hatte sich in eine Strecke verwandelt, die mit Schlaglöchern nur so übersät war. Und er war nicht so geschickt wie der Jeep. Slade wusste, dass er sich verändert hatte, und dass dieser Wandel für seine Mitmenschen kaum zu ertragen war. Daher hatte er die Reißleine gezogen, um sich eine Auszeit von allem zu nehmen. Er hatte einfach nicht mehr wie gewohnt funktioniert, und entweder würde es böse mit ihm enden, oder er kniff nachhaltig die Arschbacken zusammen, um sein Innenleben wieder in Ordnung zu bringen – sofern das überhaupt möglich war. Die geplanten fünf Monate in der Einsamkeit, waren seine letzte Chance auf ein Leben, das lebenswert war. Eines, das man in vollen Zügen auskostete, weil man sich der beschränkten Zeit, die man zur Verfügung hatte, stets schmerzlich bewusst war. Helena und er hatten geglaubt, dass sie die Ewigkeit zusammen verbringen würden, bis zum letzten gemeinsamen Atemzug. Was für ein rosaroter scheiß Irrtum das doch gewesen war.

Der Wagen rumpelte die letzten Meter des Weges entlang und Slade parkte den Jeep an der Seite des Hauses. Hier gab es kein Internet und so würde er weder E-Mails beantworten noch sich mit irgendeinem nervtötenden Mist beschäftigen können, der ihm vermeintliche Erlösung durch Ablenkung bot. Wenn er sein Notebook einschaltete, dann nur um zu schreiben. Es war neu und auf ihm befanden sich keine Erinnerungen, keine Fotos, nichts, was ihn an sein früheres Selbst fesselte. Die einzige Ausnahme, die er mitgebracht hatte, war ein mit Samt ausgelegter Koffer und dessen brisanter Inhalt. Slade schluckte mühsam und blinzelte, bis die Tränen nicht mehr seinen Blick verschleierten. Er hatte genügend davon vergossen, die nach der anfänglichen Erleichterung nur Leid mit sich brachten. Er stellte das Getriebe des Jeeps auf die Parkposition und drückte auf den Knopf, um den Motor auszuschalten.

Slade öffnete die Tür und ein Schwall kühler Luft schlug ihm entgegen. Der Herbst war schon immer seine Lieblingsjahreszeit gewesen. Er stieg aus und bewunderte die Aussicht, die bunten Bäume, bei denen einige Blätter zu Boden schwebten, die Gipfel der Berge, die so nah wirkten und doch weit entfernt lagen. Beim Ansehen einer Serie über einsam gelegene Häuser auf Netflix mit Helenas Halbschwester, war ihm das erste Mal der Gedanke gekommen, dass Abgeschiedenheit vielleicht über die heilenden Kräfte verfügte, die er so nötig brauchte.

Die Hütte stand auf einer Kuppe und gehörte Alanic, dem Eigentümer des Liberia, bei dem er gedacht hatte, dass mittlerweile nur eine lose Freundschaft sie miteinander verband. Alanic hatte jedoch Slades Eindruck widerlegt. Er war es auch gewesen, der ihn schlussendlich dazu gedrängt hatte, den Plan mit der Auszeit wirklich durchzuziehen, und Alanic widersprach man nicht so einfach. Um einen BDSM-Club zu führen, musste man diszipliniert sein, über eine gute Menschenkenntnis verfügen und über Durchsetzungskraft.

„Du kannst deine Bedürfnisse nicht auf ewig verleugnen.“ Alanic hatte ihn mit diesem ernsten Gerichtsvollzieherblick bedacht, wobei ihm bestimmt bewusst gewesen war, dass Slade seine Meinung nicht teilte. Lieber sollte sein Schwanz Staub ansetzen, bevor er jemals wieder eine Frau sexuell unterwarf. Und um das absolut sicherzustellen, hatte er eine dicke Mauer um sein Herz errichtet, durch die niemand brechen konnte.

Slade glaubte an die eine Liebe und die hatte er bereits erlebt. Ein Geschenk, das er zerstört hatte. Er verdiente in dieser Hinsicht keine zweite Chance. Aber er wusste, dass er seinen Selbsthass in den Griff bekommen musste, da er ihn auch auf andere losgelassen hatte. Früher hatte er solche Typen immer verachtet und jetzt war er selbst zu dem größten Arschloch aller Zeiten geworden.

Hopp oder Top. Entweder schaffst du es, den Gipfel zu erreichen oder du stürzt vorher in die Tiefe. Mit beiden Füßen war er bereits vom Weg abgekommen und ein Grasbüschel hatte ihn vor dem freien Fall bewahrt. Er musste aus dem Grasbüschel einen starken Baum machen.

Slade zog den Schlüssel aus seiner Jackentasche, stieg die beiden Stufen zur Veranda hoch und schloss die Tür auf. Die Einrichtung war gemütlich und bestand aus einem cognacfarbenen Viersitzer vor dem obligatorischen Kamin, einem Ohrensessel und einem Esstisch vor der Tür, die auf die rückwärtige Veranda führte.

Bunte Kissen und verstreut herumliegende Teppiche trugen zu der kuschligen Atmosphäre bei, die jedoch bei ihm das Ziel verfehlte. Slade kam es so vor, als würde er einen Iglu betreten, der außer nacktem Eis, nichts zu bieten hatte. Allerdings wusste er, dass er sich die Option, anders zu empfinden, offengehalten hatte. Wenn dem nicht so wäre, hätte er sich mit einer Bruchbude zufriedengegeben, die seinen Gefühlszustand widerspiegelte. Es musste ihm gelingen, aus dem Scherbenhaufen einen Spiegel zu formen, bei dem er von seinem eigenen Anblick nicht angeekelt zusammenzuckte.

Slade lief mehrere Male zurück zum Wagen, um seine Koffer und die Taschen mit den Lebensmitteln zu holen. Es gab sogar eine Abstellkammer mit einer Waschmaschine, auch einen Vorratsraum sowie eine Kühltruhe. Alanic hatte beides für ihn auffüllen lassen, sodass er selbst nur frische Lebensmittel mitbringen musste. Für den Notfall stand ein Funkgerät bereit und er hatte Alanic versprechen müssen, dass er sich einmal in der Woche bei ihm meldete, sonst würde der Dungeonmaster des Liberia höchstpersönlich vorbeikommen, um nach dem Rechten zu sehen. Aufatmend schloss Slade die Tür hinter sich ab.

Das hier war ein Experiment. Früher war er gerne unter Menschen gewesen, hatte es nie lange ausgehalten, alleine zu sein. Sogar das hatte sich geändert. Inzwischen konnte er keine anderen Personen ertragen, die Belanglosigkeiten, über die sie sich beschwerten, die langweiligen Gespräche, die in seinen Ohren nur eines waren: banal.

Das war zweifellos ungerecht von ihm, doch er konnte einfach nicht über seinen Schatten springen. Falls er sich nach ein paar Monaten der Abgeschiedenheit immer noch vor Menschen ekeln sollte, dann war ihm nicht mehr zu helfen.

Slade packte den Kühlschrank voll und verstaute das Obst und Gemüse. Eine Flasche Bourbon hatte er sich zugestanden und sie musste bis zu seiner Abreise genügen. Also nahm sie die Rolle einer Kostbarkeit ein. Er stellte sie auf die Fensterbank. Anschließend räumte er seine Kleidung in das Sideboard und den Kleiderschrank im Schlafzimmer. Nur einen Koffer ließ er unangetastet. Er war noch nicht bereit, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, denn dann wäre der Abschied endgültig. Es war ihm egal, ob das feige war. Slade wuchtete ihn auf den Schrank und überlegte, was er jetzt mit sich anfangen sollte.
Er war zwar müde von der siebenstündigen Fahrt, aber spürte auch den Drang sich zu bewegen. Daher zog er sich eine Jacke über und ging nach draußen. Er hatte gelernt, mit Kompass und Karte umzugehen, und darüber hinaus mehrere Kurse besucht, die einem Grundlagen für die Behandlung von Wunden und Verletzungen beibrachten und wie er sich bei Begegnungen mit Wildtieren verhalten sollte. Jedoch bezweifelte Slade, dass er wirklich ruhig und besonnen bleiben konnte, falls ein Bär hinter ihm her war. Aber er konnte Schnittverletzungen nähen, Brüche richten und …
Nicht! Denk nicht daran. Kein Kurs der Welt hätte dich in die Lage versetzt, sie zu retten. Das weißt du.

Ja, er wusste es, akzeptierte es dennoch nicht. Er hatte auf ganzer Linie versagt – als Mann, als Partner, als Top und als Mensch. Er hatte nicht beschützt, was sich ihm so vertrauensvoll hingegeben hatte.
Slade stellte sich vor die Veranda und schloss die Augen, um sich ganz auf die Abgeschiedenheit einzulassen. Natürlich war es nicht vollkommen still, doch die an seine Ohren dringenden Geräusche waren friedlich. Blätter raschelten im Wind, Vögel zwitscherten und irgendwo klopfte ein Specht gegen einen Baumstamm. Nerviges Stimmengewirr, plärrende Musik und Verkehrslärm fehlten. Slade spürte, dass ein winziger Bruchteil seiner Last von ihm abfiel. Es war die richtige Entscheidung gewesen, hierher zu kommen.

Niemand würde ihn stören und alle Subs auf dieser Welt waren ebenso weit weg wie klingelnde Telefone, nervende E-Mail-Accounts, Facebook, Twitter und Instagram. Und auch sein verdammter ehemaliger Literaturagent sowie sein Verlag. All das war außer seiner Reichweite und auf die beiden Letztgenannten würde er für immer verzichten. Er konnte es nach wie vor nicht fassen, was sie ihm vorgeschlagen hatten. Slades Magen verknotete sich bei der Vorstellung. Auch jetzt noch, verspürte er den Wunsch, ihnen in die Fresse zu schlagen, obwohl er ein Mann war, der Gewalt aufs Äußerste verachtete. Aber es gab für alles eine Ausnahme. Falls jemand es wagen sollte, seine Ruhe zu stören, auf den würde er höchstpersönlich den nächstbesten Bären hetzen oder ihn irgendwo im Wald verbuddeln. Theoretisch zumindest.

Ein weiterer Schrecken breitete sich in seinem Gehirn aus. Er traute ihnen durchaus zu, ihm eine Reporterin auf den Hals zu hetzen, damit sie aus seiner Backlist noch mehr Kapital schlagen konnten, als sie es ohnehin bereits taten, indem sie seinen Schicksalsschlag ausschlachteten. Slade war zwar ein erfolgreicher Autor, aber kein Megastar und er hatte sein Leben bis jetzt aus der Presse heraushalten können.

Doch das fragile Gebilde vermeintlicher Sicherheit war in Gefahr, da brauchte er sich nichts vorzumachen. Es gab genügend Arschlöcher, die aus dem Leid von anderen Kapital schlagen wollten. Hier allerdings sollte ihn niemand aufstöbern können, denn nur Alanic wusste, wo sich Slade aufhielt. Ihm vertraute er bedingungslos.

Slade sah zum klarblauen Himmel. Angeblich sollte übermorgen ein Sturm aufziehen, doch davon war nichts zu sehen. Aber er wusste, wie trügerisch eine friedliche Stimmung sein konnte, denn sie konnte sich innerhalb eines Sekundenbruchteils in etwas Fatales verwandeln, das einfach alles zerstörte und für immer veränderte.

Sonntag, 8. April 2018

Submissive To Go.


In der nächsten Woche ist es soweit, dann erscheint Submissive To Go. Vorab ein paar Zeilen aus dem Roman.